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Ich bin, weil du bist - Fastenaktion 2018
Ich bin, weil du bist - Fastenaktion 2018

Ich bin, weil du bist - Fastenaktion 2018

Misereor-Kampagne zur Fastenzeit

Gemeinsam mit der Kirche in Indien geht MISEREOR mit der Fastenaktion 2018 der Frage nach, was wir gemeinsam tun können, damit immer mehr Menschen ein menschenwürdiges und gutes Leben leben können.

Ihre Spende hilft, Menschen in Indien und anderen Ländern dieser Welt eine Stimme zu geben, mit der sie Gerechtigkeit für sich und ihre Familien einfordern können. Ändern wir die Welt zum Guten. Jeden Tag einen Schritt mehr. Vielen Menschen in den Armenvierteln indischer Städte und in vernachlässigten ländlichen Regionen fehlen sichere Lebensgrundlagen, Chancen auf Bildung und die Möglichkeit, ihre Rechte geltend zu machen. Gemeinsam können wir Gegenwart und Zukunft verbessern!

Hungertuch knüft an ein afrikanisches Sprichwort an

Das MISEREOR-Hungertuch 2017/2018, das oben auf dieser Seite abgebildet ist, wurde von Künstler Chidi Kwubiri gestaktet. Er sammt aus Nigeria und lebt heute in Deutschland lebt. Der Titel „Ich bin, weil du bist“ knüpft an ein afrikanisches Sprichwort an. Es drückt aus, dass Menschsein nur in Beziehung möglich ist.

Das Hungertuch ist zweiteilig, die weiße Grenze zwischen den Bildern ist gewollt, doch trotzdem berühren sich die beiden Menschen über den Zwischen-Raum hinweg. Die beiden Bilder greifen die Farben zweier Flüsse in Nigeria auf: Der Niger ist schlammig-gelb, der Benue blau-grünlich und klar. Nach dem Zusammenfluss bei Lokoja existieren sie friedlich und gestärkt ineinander weiter. Die beiden Menschen auf dem Bild schauen sich über die Grenze hinweg an. Sie berühren sich, und dann nehmen die ausgestreckten Arme jeweils die Farbe des  oder der Anderen an. Ob die dargestellten Menschen Frau oder Mann sind, ist nicht zu erkennen

Heute schon die Welt verändert?

In jedem der 815 Millionen Menschen, die weltweit hungern, und in jedem Menschen, der wegen Hautfarbe, Herkunft, Ethnie, Religion oder Geschlecht ausgegrenzt wird, wird die Schöpfung Gottes verletzt. Denn allen Menschen ist die gleiche Würde zu eigen. Mit einem Lebensstil und einer Wirtschaft, die den Klimawandel anheizen, Böden und Wasser unbrauchbar machen, wird die Schöpfung Gottes verletzt. MISEREOR sorgt sich um das Gute Leben aller Menschen, besonders der Armen, und den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen.

Um erfolgreich zu sein, braucht es die weltweite Zusammenarbeit der Menschheit, wie Papst Franziskus in Laudato si‘ betont: „Die dringende Herausforderung, unser gemeinsames Haus zu schützen, schließt die Sorge ein, die gesamte Menschheitsfamilie in der Suche nach einer nachhaltigen und ganzheitlichen Entwicklung zu vereinen, denn wir wissen, dass sich die Dinge ändern können“ (Laudato si‘ 13).

Woraufhin verändern?

Vorstellungen vom Guten Leben unterscheiden sich je nachdem, wo und in welchen Umständen Menschen leben. Sie hängen davon ab, ob Menschen in Deutschland oder Indien leben, hungern oder gut ernährt sind, Zugang zu sauberem Wasser haben oder nicht, gesund oder krank sind, ihre natürlichen Lebensbedingungen intakt oder zerstört sind, ob und welche Bildung sie erhalten haben, welches Geschlecht, welche Einstellungen und Gewohnheiten sie haben, was „Gutes Leben“ positiv gesehen heißt, lässt sich also nicht so einfach bestimmen. Wir können aber sagen, in welchem Fall ein „Gutes Leben“ nicht gegeben ist. MISEREORs Richtschnur ist dabei: alle Menschen haben die gleiche Würde. Folglich gelten für alle dieselben Menschenrechte. Der übermäßige Ressourcenverbrauch und die Anheizung des Klimawandels nehmen immer mehr Menschen die Möglichkeit eines Lebens in Würde. Zudem ist die Schöpfung als Quelle allen Lebens schon um ihrer selbst willen zu respektieren.

Wer verändert?

Menschen sind fähig, sich zu ändern und die Welt zu verändern! Jede und jeder kann etwas beitragen zum Wandel, zum Guten Leben aller. Die Frage im diesjährigen Leitwort will Mut machen, weil MISEREOR den Menschen etwas zutraut. Wenn jede und jeder mit ihrem bzw. seinem Beitrag gefragt ist, hört man auf, zuerst über den Beitrag anderer zu urteilen. Die Frage würde zur Überforderung, wenn Umkehr nur Sache der Einzelnen wäre. Gemeinsam können Prozesse gestartet und Strukturen verändert werden, die Umkehr kann hier und jetzt, bei jeder und jedem beginnen. Alle bringen ihre jeweilige Sicht ein und haben eine spezifische Verantwortung.

„Sei Du selbst die Veränderung, die Du in der Welt sehen willst.“

Mahatma Gandhi zugeschrieben

Wann verändern?

Veränderung geht nicht von jetzt auf gleich. Doch bleibt zum Beispiel angesichts des von Menschen verursachten Klimawandels und seiner unumkehrbaren, schädlichen Konsequenzen für Menschen und Natur nicht mehr viel Zeit, um grundlegend umzusteuern. Mit dem "Heute" im Leitwort weist MISEREOR darauf hin, dass es Grund zur Eile gibt. Es geht dabei nicht um Panikmache, sondern um ethisch verantwortete Konsequenzen aus wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Die Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfes Barhanpur erwirken mit Unterstützung eigen verantwortlich Veränderungen in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld: hier am Beispiel der angepassten Landwirtschaft. © Florian Kopp/MISEREOR

Wie verändern?

Das eine Erfolgsrezept gibt es nicht. Aber Neues scheint in immer mehr Prozessen und Projekten durch, in denen Wandel auf die ein oder andere Weise gelingt: vom bewussten Einkaufen über regionale Energieerzeugung bis zur politischen Mitbestimmung. Doch seien wir nicht blauäugig: Wer auf ein „Gutes Leben“ für alle hin die Welt verändern will, trifft auf Widerstand. Widerstand kommt aus der Politik, Unternehmen, Banken, Gewerkschaften, aber auch von Nachbarinnen und Freunden – und aus uns selbst. Es braucht gelassene Entschiedenheit und entschiedene Gelassenheit, um in den Prozessen das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

Ändert sich MISEREOR auch selber?

„Heute schon die Welt verändert?“ heißt für MISEREOR vor Ort, regional, national und international immer wieder zu lernen, wie „Verändern“ jeweils geht. Denn neue Fragen aus dem Zusammenhang von Armut, übermäßigem Ressourcenverbrauch und Klimawandel brauchen neue Ansätze der Arbeit. Das heißt, offen für neue Fragen zu sein und sich selbst verändern (zu lassen). Die anderen, mit denen man zusammenarbeiten will, bringen ihre Sicht der Dinge ein und stellen die eigenen, lieb gewonnenen Positionen in Frage. Und umgekehrt bringt MISEREOR seine Sicht der Welt ins Gespräch mit Partnern weltweit und in Deutschland ein.

Misereor-Fastenaktion in der Pfarrei

Das Hungertuch verhüllt in der Fastenzeit unter anderem die Altäre in der Fechenheimer Herz Jesu-Kirche und in Maria Rosenkranz in Seckbach.

Die Kollekte an den Kirchorten zum Fastensonntag am 18. März geht an die Hilfsprojekte von Misereor. In den Kindergärten der Pfarrei wurden auch kleine Spendenhäuschen aus Papier verteilt, sodass auch die Kinder zusammen mit ihren Familien einen kleinen Beitrag sammeln können.