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Mit den Josefinern in die Zukunft

Markus Schmidt ist der neue Pfarrer in St. Josef Frankfurt
Mit den Josefinern in die Zukunft
Mit den Josefinern in die Zukunft
Bevor Markus Schmidt Pfarrer wurde, arbeitete er als Veraltungsfachangestellter unter anderem in der Zulassungsstelle im Westerwald. © Richard Steinmetz

Von Sabine Börchers:

Pfarrer zu werden, war nicht sein Kindheitswunsch - trotzdem hat ihn der Glaube nach ein paar Umwegen an den Altar gelockt. Zwischen Leichtatlethik und Pilgerreise hat Pfarrer Markus Schmidt eine klare Vorstellung, wie Kirche funktionieren kann.

Seinen neuen Arbeitsplatz kennt Markus Schmidt schon seit vielen Jahren. „Ich habe St. Josef als erstes liturgisch erlebt“, erzählt der neue Pfarrer, der zum ersten Advent seinen Dienst in der katholischen Pfarrei im Frankfurter Osten und damit die Nachfolge von Uwe Michler angetreten hat. Als Schmidt an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Oberrad studierte, habe er in der Josefskirche die Diakonweihe des späteren Limburger Bezirksdekans Franz-Josef Kremer erlebt. „Der wohnte damals im Pfarrhaus von St. Josef“, erinnert sich der 54-Jährige. Es ist nicht die einzige Erinnerung aus dieser Zeit. Weltliche sind ebenso darunter, an einige Freundschaften mit Bornheimern, die er bis heute pflegt oder an die leckeren Bratwürste, die lange Zeit auf der Berger Straße, direkt an der Josefskirche, verkauft wurden. „Nach der Abendmesse haben wir dort oft welche gegessen.“

Einführungs-Gottesdienst

Mit einem Festgottesdienst am 2. Advent wird Pfarrer Markus Schmidt in seiner neuen Pfarrei begrüßt.

Am Sonntag, 9. Dezember um 18.30 Uhr in der Josefskirche, Berger Straße 135.

Die Messe hält Stadtdekan Johannes zu Eltz. Im Anschluss wird zum Empfang in den Josefsaal geladen.

Dass der Gottesdienstbesuch durchaus Leib und Seele nähren kann, lernte Schmidt früh. In einem kleinen Ort bei Montabaur im Westerwald geboren, nahmen seine Eltern den Jungen und seine beiden jüngeren Schwestern anfangs mit in die Kirche und anschließend gab es Pommes und Bratwurst. Doch schnell bedurfte es keiner weltlichen Verlockung mehr, damit Markus Schmidt regelmäßig in die Kirche ging. Er engagierte sich in der Gemeinde, wurde Messdiener und selbst als erfolgreicher Leichtathlet legte er Wert darauf, erst die morgendliche Messe zu besuchen und dann das Training. „Auch meine Freunde habe ich immer erst nach dem Abendgottesdienst getroffen.“

Erst Ausbildung, dann Theologie

Dennoch führte Markus Schmidt sein Weg nicht direkt in die priesterliche Laufbahn. Zunächst absolvierte er eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten und arbeitete in der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises, unter anderem in der Zulassungsstelle. Die Ausbildung begann am 1. August 1979. „Am 2. August wusste ich aber schon, hier gehst Du nicht in den Ruhestand.“ Die Aussicht, die Heimat und die Eltern verlassen zu müssen, ließ ihn allerdings zögern, sich umzuorientieren. Schließlich machte er doch Abitur auf dem zweiten Bildungsweg und studierte katholische Theologie in Frankfurt und München.

Eine Pfarrstelle in Frankfurt habe er sich damals durchaus vorstellen können, sagt er. Besonders, weil er sich als letzter Dompraktikant des damaligen Stadtdekans Klaus Greef sehr wohl gefühlt hatte. Doch nach Stationen in Königstein, Hadamar und Wetzlar bekam er seine erste Pfarrstelle im Taunusort Hochheim, in einer frisch fusionierten Gemeinde. Zwölf Jahre lang blieb er dort, half mit, dass diese zusammenwuchs und wurde kürzlich nur sehr schweren Herzens verabschiedet, wie er erzählt. Den allzu traurigen Hochheimern begegnete er lieber mit einem flotten Spruch: „Mein Slogan lautet dann: S1, U4, Du bist bei mir.“

Ein Pfarrer muss nicht alles machen!

Pfarrer Markus Schmidt

Emotional wird Markus Schmidt aber durchaus auch, etwa bei den ersten Zusammentreffen mit Mitgliedern seiner neuen Pfarrei in Bornheim. „Jede Gemeinde ist ja doch gleich aufgebaut und die Menschen sind sich ähnlich, weil es alles Leute sind, denen etwas an Kirche liegt. Da fühlt man sich gleich aufgehoben.“ Mit den Josefinern möchte er nun in die Zukunft gehen. Die lokale Kirchenentwicklung müsse das gemeinsame Anliegen sein und jeden Kirchort prägen, betont er. „Wir müssen zu einem geschwisterlichen Umgang zurück. Und wir müssen Ideen entwickeln, wie wir unseren Glauben leben, so dass er für andere beispielhaft wird.“ Dabei ist es ihm wichtig, eine Gemeinschaft zu bilden und auch gemeinsame Entscheidungen zu treffen. „Wir müssen auch weg von dem Gedanken, dass der Pfarrer alles machen muss.“ Ansprechbar will er dagegen immer sein. Das ist auch einer der Gründe, warum er unbedingt ins Pfarrhaus ziehen will. Der Umzug aus Hochheim ist für Januar geplant. „Ich will nicht, dass die Leute denken, wir sind hier nur ein Verwaltungszentrum.“

Abstand durch Pilgern

So kommunikativ Markus Schmidt wirkt, er kann auch in sich gehen. Vor dem Antritt seiner neuen Dienststelle hat er sich buchstäblich auf den Weg gemacht, er ist gepilgert. Drei Wochen lang war er im Heiligen Land, schaute sich Jerusalem an und wanderte durch die Wüste. Auch vor dem Antritt seiner Stelle in Hochheim vor zwölf Jahren pilgerte er, damals den Jakobusweg in Spanien. „Das ist eine gute Art, Abstand zu dem zu bekommen, was auf mich zukommt“, stellt er fest. Alles andere leite Gott schon zur rechten Zeit in die Wege.