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19. März: Heiliger Josef

Patrozinium der Josefskirche und der Pfarrei
19. März: Heiliger Josef
19. März: Heiliger Josef
Statue des hl. Josefs

Selten feiern wir einen Heiligen, von dem wir so wenig wissen. Mit großer Mühe versucht man, sein Leben auszuleuchten, seinen Glauben zu beschreiben, seine Art und Weise des Mitwirkens in der Heiligen Familie und im Neuen Testament. Und doch ist er ein Heiliger, über den fast nichts gesagt ist. Er steht am Rande. Er gehört zu denen, die sich in zweiter Reihe befinden. Auch in den biblischen Texten gehört diese menschliche Realität dazu: Nicht jeder steht im Rampenlicht. Nicht jeder steht in der vordersten Reihe und erhält die erste Aufmerksamkeit. Was in Josef geschieht, bleibt im Verborgenen.

Herzliche Einladung zum Festgottesdienst am Tag des Heiligen Josef, dem 19. März 2015, um 18.30 Uhr in Sankt Josef Bornheim. Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst mit der Unterstützung des Kirchenchores "St. Cäcilia". Anschließend sind Sie eingeladen zu einem Umtrunk in den Josefsaal. Wir feiern den Patron der Josefskirche und unserer Pfarrei!

Josefstatue am Turm, Kopie nach dem ursprünglichen Original von Arnold Hensler

Mehrfach begegnen wir dem Heiligen Josef in und an der Josefskirche. Das Bild oben zeigt einen Ausschnitt der Statue des Hl. Josefs, die in der Seitenkapelle der Alten Josefskirche aufgestellt ist. Diese Seitenkapelle ist für Besucher täglich von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet.

Diese Statue wurde am Festtag des hl. Josef, am 19. März 1911 eingeweiht und war eine Stiftung des Fräulein Deuter. 1933 erhielt die Statue eine erste farbliche Auffrischung und wurde durch eine Strahlenkranz ergänzt. Schon seit Jahrzenten ist dieser Strahlenkranz wieder entfernt und vor einigen Jahren wurden auch die Farben neu aufgefrischt.

Die Turmfasade der Josefskirche zur Berger Straße hin wird beherrscht von einer wuchtigen Statue, die den Heiligen Josef mit dem Jesusknaben darstellt. Das Orginal der Statue wurde 1932 beim Bau der Neuen Josefskirche geschaffen von dem Wiesbadener Bildhauer Arnold Hensler. Bedingt durch die starke Verwitterung des recht weichen Steins, aus dem Hensler die Statue geschaffen hatte, musste bereits 1976 im Rahmen der Außenrenovierung der Kirche eine Kopie angefertigt werden, die bis heute den Turm ziert. Im Rahmen der Außenrenovierung des Jahres 2013, bei der die Kirche einen kräftigen Rotton erhielt, wurde der Sockel der Statue verstärkt.

Josef auf dem Grundstein

Am Haupteingang der Kirche unter den Arkarden an der Berger Straße findet sich auf dem Grundstein der Neuen Josefskirche vom 9. August 1931 eine weitere Abbildung des Heiligen Josefs mit dem Jesusknaben auf dem rechten Arm und einem Modell der Josefskirche in der linken Hand.

Ganz im Verborgenen, nur bei besonderen Anlässen zugänglich findet sich das nächste Bildnis: dieses ziert die Josefsglocke, die größte der vier im Turm hängenden Glocken mit einem Gewicht von 35 Zentnern. Das erste Geläute im Turm der neuen Josefskirche, zu dem auch eine Josefsglocke gehörte,  hatte nur ein Bestand von rund 10 Jahren. Am 1. Mai 1932 erschallte es erstmals aus dem Turm der noch nicht fertiggestellten Kirche und am  16. Januar wurden die Glocken im Turm zerschnitten und der Kriegsmaschinerie zugeführt. Aber schon am 9. Dez. 1948 konnte die Pfarrei das heutige Geläute mit seinem vier Glocken bei Petit & Gebr. Edelbrock in Gescher, Westfalen, gießen lassen. 

Die Josefsglocke bei der Weihe am 20. Dezember 1948

Die Chronik berichtet dazu, dass man durch glückliche Umstände in den Besitz der Bronze für den Guss gelangte, Jahrzehnte später haben wir aus einer glaubwürdigen Quelle erfahren, dass diese Bronze vom zerstörten Kaiser-Wilhelm-Denkmal an Deutschen Eck in Koblenz stammte.

Sicherlich die älteste Darstellung des Heiligen Josefs ist in dem Retabel des Hochaltars in dem kleinen Krippenmotiv oberhalb des Tabernakels zu finden. 

© Krippe im Retabel des Hochaltars

Das Retabel stammt aus der Sammlung des früheren Frankfurter Stadtpfarrers Münzenberger und soll in seinem Ursprung eine fränkische Arbeit des 15. Jahrhunderts sein. Um 1880 kam der Altar in die Josefskirche und wurde in späteren Jahren ergänzt, umgebaut, im zweiten Weltkrieg stark beschädigt, später zerstümmelt und dann 1992 in seiner heutigen Form wieder aufgebaut. An der Rückwand des alten Altarschreins befand sich ein Blattfragment auf dem es hieß: "Anno 1633, dem 29. August, hat her Johann Georg Spiesser, derzeit Schultheiß allhier [das heist in Nürnberg] und Anna , seine ehelige Hausfrau diesen Altar wieder renofiern und machen lassen."

Bild vom seligen Hinscheiden des hl. Josef

Das Bild vom seligen Hinscheiden des Heiligen Josefs, geschaffen mitten im zweiten Weltkrieg von Georg Poppe (geb. 16.02.1883 in Wartha/Schlesien, gestorben 08.12.1963 in Frankfurt), der auch die ursprüngliche Ausmalung der Heilig Kreuz Kirche und weitere Arbeiten in vielen Frankfurter Kirchen geschaffen hat. Eingeweiht wurde es als Altarbild durch dem damaligen Pfarrer Josef Höhler am Kirchweihfest, dem 31. August, des Jahres 1941 in der kleinen Seitenkapelle der neuen Josefskirche. 1992 wurde dort der Beichtraum eingerichtet.

Ebenfalls in der Alten Josefskirche ist in der Weihnachtszeit der Heilige Josef in der dort von unserem Küster mit viel Liebe und Sorgfalt aufgebauten Weihnachtskrippe zu sehen. Es handelt sich nach der Krippe von St. Leonhard um die zweitälteste Krippe in Frankfurt. 1906 wurden die ersten Figuren beschafft, Die meisten Figuren sind aus Gussmasse geformt, während Maria und Josef aus Holz geschnitzt und auch älter sind. Stellvertretend für die vielen Versionen des Aufbaus unserer Krippe hier ein Bild von 1948, das uns der ehemalige Josefiner Bernhard Wagner gemailt hat. 1952 ist er mit seiner Mutter in die USA ausgewandert und lebt dort in Buffalo, NY, in der St. Josephs Pfarrei.

Die im Jahre 1906 angeschaffte Weihnachtskrippe
Heilige Familie von Robert Hieronymi, 1899

Die nächste Abbildung des Heiligen Josef befindet sich heute über dem Ankleidetisch in der Sakristei. Dargestellt ist die Heilige Familie bei der Arbeit. Maria spinnt Garn mit der Spindel, Josef der Zimmermann bearbetet einen Holzklotz mit Beitel und Hammer und der junge Jesus hilft senem Vater bei der Arbeit. Das Bild wurde 1901 geschaffen von dem Frankfurter Städelschüler, Maler und Restaurator Robert (Philipp) Hieronymi (geboren 27.05.1868 in Frankfurt am Main, gestorben 17.03.1950 in Bonn). Das Bild wurde schon gelegentlich einer Ausstellung im Vatikan durch Papst Leo XIII. bewundert, bevor es die Josefsgemeinde für einen Familienaltar angekauft hat.

© Der hl. Josef in der alten Monstranz

Kaum bemerkt wird die kleine silberne Statue des Heiligen Josefs an der alten Monstranz. Einerseits findet die alte Monstranz heute kaum noch Verwendung, andererseits kommt sie auch dort nur in entsprechender Vergrößerung zur Geltung.

Christi Geburt

Eine weitere mittelalterliche Darstellung des Heiligen Josefs findet sich in dem Bild Christi Geburt das zu einem Zyklus von vier Bildern gehört, die sich in der "Gut Stubb" des Pfarrhauses befinden. Auch diese Bilder sind aus der Sammlung des Stadtpfarrers Münzenberger nach Sankt Josef gelangt, allerdings sind dazu die näheren Umstände bisher nicht bekannt.