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Augenblick zu Ostern

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Augenblick zu Ostern

AUGENBLICK

Ostern – Zuflucht finden bei GOTT

„Sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war; da erschraken sie sehr. Er aber sagte zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wohin man ihn gelegt hat. Nun aber geht und sagt seinen Jüngern und dem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.“ (Mk 16,5–7)

Dieses Erlebnis ist Ostern, dieses Ereignis ist die Grundlage unseres christlichen Glaubens. Ostern ist der überraschende Sieg Jesu Christi über den Tod, über unseren Tod.

Der Ursprung dieses Festes liegt aber weit zurück, im jüdischen Pascha-Fest. Dabei feiern die Juden bis zum heutigen Tag den Auszug aus Ägypten (Exodus), den Übergang (Pessach) von der Sklaverei in die Freiheit, den plötzlichen Aufbruch ins Unbekannte. Es kam überraschend schnell dazu, nachts, sie hatten nicht einmal die Zeit für die Reise richtiges Brot zu backen. Daher kommt die Vorschrift, an diesem Tag ungesäuerte Brote zu essen, „das Brot der Eile“.

In einer jüdischen Erzählung (Midrash) wird das Pascha (Pessach) so beschrieben, dass es wie eine Taube ist, die von einem Adler verfolgt wird. Die Taube versucht verzweifelt zu fliehen und sucht Zuflucht in einer Höhle. Der Adler passt nicht in die Höhle hinein, aber sobald die Taube drin ist, merkt sie, dass die Höhle von einer Schlange bewohnt ist. Hinten wartet der Adler, vorne ist die Schlange sofort bereit zu beißen. Und plötzlich - wird die Taube aus dieser aussichtslosen Situation unerwartet befreit! Das ist das Pascha-Fest! Das war die Lage der Israeliten, als sie von hinten von den Ägypter verfolgt wurden und vor dem Roten Meer standen, das unüberwindbar aussah. Und dann öffnete sich das Meer und alle konnten dadurch gerettet werden.

 In den biblischen Texten über das letzte Abendmahl feiert Jesus ebenfalls das Pascha-Fest mit seinen Jüngern und hat so diesem Fest eine neue Bedeutung gegeben, was seine Jünger erst nach seiner Auferstehung und seinen Erscheinungen begriffen und geglaubt haben. Während beim jüdischen Paschamahl ein Lamm geopfert wird, gibt sich Jesus Christus als Lamm – als Opfer – für die ganze Menschheit zu erkennen. Er gibt den Jüngern sein Fleisch zu essen und sein Blut zu trinken. Er lässt sich einige Stunden später gefangen nehmen, quälen, foltern und schließlich töten. Hinabgestiegen in das Reich des Todes, besiegt er den Tod und am dritten Tag wird er von Gott, dem Vater, auferweckt. (Glaubensbekenntnis)

Er ist auferstanden! Das ist unser Pascha-Fest! Der Sieg über den Tod, die unendliche Liebe zu allen Menschen, der Übergang von der Sklaverei der Sünde – der Gewalt, des Hasses, des Egoismus, der Arroganz – in die Freiheit der Liebe und der Gotteskindschaft, die Vergebung aller Sünden, die Chance, ein neues Leben zu beginnen, aus der Depression und Traurigkeit zur Freude und zum Frieden miteinander. Der Tod hat seitdem nicht mehr das letzte Wort, der Himmel ist offen, wir werden bei Gott ewig leben. Und das kam genauso als Überraschung wie die Flucht aus Ägypten. Obwohl Jesus oft genug davon gesprochen hatte, begreifen es seine engsten Freunde nicht und einige von ihnen zögern sogar noch weiter, wie Thomas oder wie die Jünger von Emmaus, als sie die erste Verkündigung der Frauen hören.

Übergang – Überraschung – Befreiung

Vierzig Tage lang haben wir uns während der Fastenzeit darauf vorbereitet. Vierzig Jahre sind die Israeliten durch die Wüste gewandert, bis sie das verheißene Land erreicht haben, vierzig Tage hat Jesus in der Wüste gefastet und gegen den Teufel gekämpft. Vierzig ist die Zahl für das menschliche Leben mit seinen Schwierigkeiten, Versuchungen, seiner Unvollkommenheit. Nun haben wir fünfzig Tage zu feiern! Fünfzig

Tage nach dem Paschafest ist Schawuot (Wochenfest), fünfzig Tage lang ist Jesus den Jüngern erschienen, um sie zu überzeugen, dass er wirklich lebendig ist, und um ihnen den Auftrag der Verkündigung zu übergeben, bis zu Pfingsten der Heilige Geist herabkam und damit die Mission der Kirche begann. Fünfzig ist das Zeichen für das von Gott erfüllte menschliche Leben, gekennzeichnet von seiner Liebe zu uns und von seinem Sieg über den Tod.

Wir brauchen diese Osterzeit, um zu erfahren, dass das keine Märchen sind. Ostern ist das Fest der Zuflucht, die Gott in einer unerwarteten und überraschenden Art und Weise verheißt: Damit wir IHM unsere Probleme anvertrauen. Mit IHM die Angst vor dem Tod überwinden. Durch seine Art zu lieben, die Konflikte und Missverständnisse zu besiegen. Gott möchte uns die Auferstehung und das ewige Leben schon jetzt im Voraus kosten und erfahren lassen. Nehmen wir bei IHM Zuflucht.

 In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine freudenreiche Osterzeit!

 Ihr Pfarrer Markus Schmidt

Pfarrer Markus Schmidt
Pfarrer und leitender Priester
Eichwaldstraße 4160385Frankfurt am Main
Tel.:069 / 40 56 588 10
Fax.:069 / 40 56 588 15

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