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Augenblick zum 27.09.2020

Augenblick zum 27.09.2020
Augenblick zum 27.09.2020
© Pixabay

Aus dem Matthäusevangelium

In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohepriestern und den Ältesten des Volkes: Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Kind, geh und arbeite heute im Weinberg! Er antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn und er ging hinaus. Da wandte er sich an den zweiten und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ja, Herr – und ging nicht hin.
Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der erste. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, ich sage euch: Die Zöllner und die Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr. Denn Johannes ist zu euch gekommen auf dem Weg der Gerechtigkeit und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.


AUGENBLICK

Liebe Mitchristen,

„die Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr.“

Harte Worte mit denen Jesus die Ältesten und Hohepriester des Volkes Israels konfrontiert! Wie kann er es wagen sie derart bloßzustellen? Sie, die doch eifrig Gottes  Gesetze vertreten und darauf achten, dass diese vom Volk gehalten werden. Und jetzt behauptet dieser Unruhestifter aus Nazareth, dass Zöllner und Dirnen, Menschen mit schlechtem, sündigem Lebenswandel, vor ihnen in das Reich Gottes gelangen?!

Die Empörung unter den Gelehrten des Volkes muss riesig gewesen sein! Ein wenig später hören wir im Matthäusevangelium, dass sie Jesus ergreifen, dass sie ihm eine Falle stellen und ihn so aus dem Weg schaffen wollen. Ist solch ein Verhalten denn gottgefällig?

Scheinheiligkeit könnte man diesen Menschen vorwerfen. Sie geben sich als Verfechter von Gottes Wort aus, doch stimmt ihr Handeln ganz und gar nicht mit diesem überein. Das Gleichnis von den ungleichen Söhnen, das Jesu ihnen erzählt, deuten sie richtig. Gott, der Weinbergbesitzer, bittet seine Söhne im Weinberg zu arbeiten. Die Gelehrten verstehen, dass Jesus sie mit dem Sohn meint, der „Ja“ zum Vater sagt, aber seinen Worten keine Taten folgen lässt. Ob dieser Anschuldigung werden sie wütend auf Jesus und intrigieren gegen ihn, statt anzuerkennen, dass Jesus Recht haben könnte. Sie fühlen sich zu Unrecht beschuldigt und erkennen ihr Fehlverhalten nicht an. Sie verweigern sich weiterhin Gottes Willen und brechen so ihr Wort.

Die Sünder, die ihre Lebensweise ändern, die wie der zweite Sohn nicht beim „Nein“ zu Gott stehen bleiben, sie folgen seinem Ruf. Sie sind offen für seine Güte und die Chance umkehren zu dürfen. Deshalb werden sie auch eher in das Reich Gottes gelangen.

Auch heute noch schickt uns Gott in seinen Weinberg. In welchem der beiden Söhne erkennen wir uns wieder? Vielleicht mal in dem einen, dann auch mal wieder in dem anderen. Dem Ruf Gottes gerecht zu werden ist nicht leicht. Es bleibt eine immerwährende Aufgabe, uns ehrlich zu hinterfragen, ob wir seinen Ruf hören und welche Antwort wir darauf geben wollen. Bleiben wir wie die Ältesten und Hohepriester bei einem scheinheiligen „Ja“ stehen oder meinen wir unser „Ja“ ganz ernst und unterstreichen es durch unser Leben und Handeln und werden so zu glaubwürdigen Christen, die Gottes Liebe und Güte bezeugen?

Das zu tun, ist nie zu spät…

Ihre Pastoralreferentin Corinna Feth

Corinna Feth
Pastoralreferentin
Eichwaldstraße 4160385Frankfurt am Main
Tel.:069 / 40 56 588 40

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