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AugenBLICK zum 29. Sonntag im Jahreskreis

AugenBLICK zum 29. Sonntag im Jahreskreis
AugenBLICK zum 29. Sonntag im Jahreskreis
© Bild von Esa Niemelä auf Pixabay

Vom Dienen und Herrschen (Mk 10,35–45)

In jener Zeit traten Jakobus und Johannes, die Söhne des
Zebedäus, zu Jesus und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst.

Er antwortete: Was soll ich für euch tun?

Sie sagten zu ihm: Lass in deiner Herrlichkeit einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen!

Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, worum ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde?

Sie antworteten: Wir können es.

Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde. Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die es bestimmt ist.

Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes.

Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und ihre Großen ihre Macht gegen sie gebrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

AUGENBLICK

Liebe Mitchristen,

ein sehr moralisches Evangelium, fast moralisierend. Zum Dienen rufen ja gerne diejenigen auf, die in der Hierarchie weiter oben stehen. Und die können leicht von anderen verlangen, Diener oder Sklaven zu werden.

Wie kann man denn dieses Evangelium vom 29. Sonntag im Jahreskreis verstehen, so dass es zur Frohen Botschaft wird anstatt zu einer Moralpredigt? Die Frohe Botschaft hat ja unsere Gemeinschaft mit Gott zum Inhalt, spricht also von der unendlichen Liebe, die Gott zu jedem einzelnen Menschen hat. Aus eigener Erfahrung – hoffentlich – wissen wir, dass Liebe groß macht und erfüllt. Aus Kindern macht sie Erwachsene, Ängstliche lässt sie mutig werden, Unsichere zu selbstbewussten Menschen. Liebe macht stark.

Wichtigtuer, die unbedingt neben einer berühmten Person sitzen wollen, kaschieren damit bloß ihre Selbstzweifel und ihre Unsicherheit. Große Charaktere haben so etwas nicht nötig. So haben das doch eigentlich auch die Jünger Jesu nicht nötig, direkt links und rechts neben Jesus Platz zu nehmen – oder doch?

Ganz große Charaktere wie Jesus Christus werden in der Liebe des himmlischen Vaters so stark, dass sie auf jegliches öffentliches Ansehen verzichten können. Selbst in dem Elend der Kreuzigung.

Aber auch hier wollen wir nicht moralisieren. Nicht wer sich demonstrativ bescheiden zeigt, ist fromm. Es gibt nämlich auch eine aufgesetzte, aufdringliche Bescheidenheit. Andersherum: Wer im Sinne Jesu glaubt, also Gottes unbegrenzte Liebe gerne an sich heranlässt, der wird gar nicht mehr über Bescheidenheit oder Frömmigkeit nachdenken. Sondern einfach tun, was zu tun ist. Ohne Berechnung und unbesorgt.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag.

Simone Gerlitzki, Pastoralreferentin

 

 

 

 

Simone Gerlitzki
Pastoralreferentin
Eichwaldstraße 4160385Frankfurt am Main
Tel.:29 70 32 - 38

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