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Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander!

AUGENBLICK - ein Gedanke aus dem Einblick 2019/17
Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander!
Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander!

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,

sehr kurz ist das Sonntagsevangelium - es sind gerade mal sechs Sätze - aber es hat es in sich, denn in den letzten drei dieser sechs Sätze sagt Jesus seinen Jüngern das, worauf es bei uns Christen ankommt: Nächstenliebe!

Jesus sagt es seinen Jüngern aber nicht einfach so nebenbei; er packt seine Aussage in ein neues Gebot: Liebt einander! Er macht daraus eine Forderung: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Jesus sagt nicht: Wie ich euch geliebt habe, so könnt auch ihr einander lieben. Oder: Wie ich euch geliebt habe, so dürft auch ihr einander lieben. Sondern er drückt es unmissverständlich aus mit dem Wörtchen sollt. Somit ist das eine ganz klare Anweisung, die keinen Spielraum für irgendwelche Interpretationen lässt.

Wenn Jesus seine Forderung in ein Gebot verpackt, muss es ihm wohl sehr wichtig gewesen sein, und das war es auch, denn im nächsten Satz lesen wir auch den Grund: Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt! Aus anderen Evangelienstellen wissen wir, dass es Jesus mit seiner Nächstenliebe sehr ernst nimmt und er seine Forderung keinesfalls darauf beschränkt, dass wir unsere Eltern, Geschwister, Ehepartner und Kinder lieben sollen, ( … das tun auch die Heiden …) sondern sogar unsere Feinde, also die Menschen, die es nicht so gut mit uns meinen.

Ich denke, dass mit diesem Lieben die innere Einstellung gemeint ist, die Haltung, die ich anderen Menschen gegenüber entgegen bringe, und die ist bestenfalls zunächst einmal offen, frei von Vorurteilen und wertschätzend - das ist es, was uns Christen zu eigen sein soll.

Ihr Diakon Jürgen Dittmar