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Er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war

AUGENBLICK - ein Gedanke aus dem Einblick 2019/2
Er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war
Er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war

Geschenkt! Wein für alle, das Symbol der Lebensfreude im Überfluss – wie klingt das?! Genau das gibt es im Evangelium von der Hochzeit zu Kana. Dieses „Luxuswunder in gehobenem Milieu“ hat nichts Reißerisches, es geschieht fast heimlich, dass Wasser zu Wein wird. Nur die Diener werden Zeugen davon was Jesus tut, während das Fest in vollem Gange ist. Aber es bleibt doch nicht verborgen! Zuerst bemerkt es der Tafelmeister, der für die Bewirtung verantwortlich ist – und der ist so perplex, dass er sofort nach dem Bräutigam rufen lässt. Jeder, wirklich jeder, würde doch den Gästen zuerst den guten Wein kredenzen, den schlechteren erst dann, wenn die Leute so viel getrunken haben, dass sie den Unterschied gar nicht mehr bemerken. „Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt“, sagt er zum Bräutigam. In welchem Ton er’s wohl gesagt hat? Mit Unverständnis in der Stimme, sogar mit Vorwurf oder einfach nur total erstaunt? Fakt ist: den wirklich guten Wein gibt es ab JETZT – mit Jesus hat die Zeit begonnen, in der aus der Fülle geschöpft werden darf wie aus dem Überfluss von 600 Litern guten Weines: jeder bekommt davon, keiner geht leer aus. Geschenkt, ganz ohne Berechnung. Und das Beste: auch wir sind eingeladen zu entdecken, wie Gottes Kommen in Recht und Gerechtigkeit JETZT schon beginnt. Vielleicht klein, in ganz unscheinbaren menschlichen Zeichen, aber immerhin. Grund zur Freude, Anlass zum Feiern – und Anstoß, unsere Hoffnungen nicht zu weit in die Zukunft zu verschieben sondern zu schauen, welche Anfänge Gottes Geist uns jetzt schon schenkt zum Aufbau unserer Gemeinschaft und zum Wohl der Menschen, für die wir da sind.

Mit herzlichen Grüßen,

Gabriela v. Melle, Pastoralreferentin