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"Es gibt so viele Zeichen, dass er da ist."

In seiner Osterpredigt spricht Pfarrer Markus Schmidt über die Zeit in der Corona-Krise.
"Es gibt so viele Zeichen, dass er da ist."
"Es gibt so viele Zeichen, dass er da ist."
© Benjamin Holler

Die Osterkerze, das Licht, das die Osternacht erhellt hat, leuchtet uns gerade in dieser außergewöhnlichen Zeit als Sinnbild des Auferstandenen. An ihm entzündet sich unser Glaube. Im Licht des Glaubens gehen wir unseren Lebensweg. Am Glauben des einen Christen entzündet sich der des anderen.

An der Osterkerze wird die Taufkerze als Glaubenskerze entzündet. Alle Gnade, alles Licht für unseren Lebensweg geht von der Auferstehung Jesu aus. Ihn, das Licht der Welt, grüßen wir voll Freude in unserer Mitte. 

Weil der Gottesdienst am Ostersonntag, wie an allen anderen Tagen in dieser Zeit, bei verschlossenen Türen stattfinden muss, stellen wir hier die Predigt online.

 

Christus ist auferstanden, er stirbt nicht mehr!

Lassen wir uns anstecken von dieser unendlich guten Nachricht, die uns und die ganze Welt verändert!

Können wir das in den Zeiten so angehen? Ja, denn Gott findet selbst in der größten Ausweglosigkeit, da wo wir längst keine Hoffnung mehr haben, einen guten Weg ins Licht, in die Freude. 

Jesus war tot. Um ganz sicher zu gehen, hatte ein Soldat ihm nach seinem Tod eine Lanze in die Seite gestochen. Er ist begraben und ein schwerer Stein hat seine Grabstätte verschlossen. Es ist vorbei.

© Benjamin Holler

Als die Frauen am Morgen des ersten Tages der Woche nach dem Grab sehen wollen, gehen sie noch einmal ans Ende der Sackgasse, an dem sie Jesus begraben haben. Doch der Weg, den wir in diesen Zeiten gehen, ist deshalb auch keine Sackgasse, denn wir gehen ihn mit Gott.

Corona vor 30 Jahren? Kaum vorstellbar!

Es gibt so viele Zeichen, dass er da ist und hilft, wo er nur kann. Und wäre das Virus zu einer anderen Zeit gekommen, es wäre sehr viel schlimmer gekommen. Noch vor wenigen Jahrzehnten zum Beispiel hätte ein Begegnungsverbot gar nicht funktionieren können. Vor nur 30 Jahren gab es noch kein Internet. Acht Minuten telefonieren kosteten 23 Pfennig. Amazon gab es noch nicht, stattdessen nur den Versandhauskatalog. Die Zustellung ging nur per Postpaket, und das war teuer. Damit wäre die Schließung von Geschäften nahezu unmöglich gewesen.

Es gab drei Fernsehprogramme, kein Netflix, kein facebook, Instagram, twitter, Youtube. Die Menschen hätten – ohne die Technik, die uns heute fast überall zur Verfügung steht – die Maßnahmen als unmenschlich empfunden und sich wohl kaum dran halten können. Noch vor wenigen Jahrzehnten wären wir dieser Pandemie hilflos ausgeliefert gewesen, weil das Wissen um Viren und deren Verbreitung und Wirkung noch weit weniger entwickelt war. Aber jetzt können wir hoffen, dass der Weg, den die Menschheit geht, keine Sackgasse ist.

Ostern ist ein Fest der Hoffnung, auch und gerade in schwierigen Zeiten. Gott ist Mensch geworden, weil er uns Menschen liebt, und Christus ist auferstanden, weil seine Liebe zu uns nicht mit dem Tod endet, sondern viel stärker ist. Wie Gott im Alten Testament mit dem Volk Israel unterwegs war , wie Jesus mit seinen Jüngern und jenen, die an ihn glaubten unterwegs war, ist er auch mit uns unterwegs. Er ist der Weg, er weiß, wie es weitergeht.

Feiern wir diese Hoffnung jetzt und immer wieder.

Pfarrer Markus Schmidt

Für Gott gibt es keine Sackgassen. Deshalb ist es völlig richtig, was die Kinder in den letzten Wochen auf die Regenbogenbanner geschrieben haben, in denen sie den Passanten gezeigt haben, dass sie in dieser Zeit zuhause bleiben.

Alles wird gut hat es der Papst in der Osternacht gepredigt. Natürlich wird alles gut. Denn Christus ist für uns auferstanden, um die Welt und die Menschen zu retten und ihnen neue Hoffnung zu geben.

Feiern wir diese Hoffnung jetzt und immer wieder.

Halleluja.