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Gib Frieden - die Fastenaktion von MISEREOR

In der Fastenaktion 2020 will MISEREOR dazu bewegen, Perspektiven für ein Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Identität zu entwickeln.
Gib Frieden - die Fastenaktion von MISEREOR
Gib Frieden - die Fastenaktion von MISEREOR
Im Zentrum des Flüchtlingsdienstes können die Kinder den Krieg für einen Moment hinter sich lassen. © Hasan Belal / MISEREOR

Von Susanne Kaiser und Jörg Nottebaum

Mit der diesjährigen Fastenaktion richtet MISEREOR den Fokus auf den Krieg in Syrien und die Auswirkungen auf das Nachbarland Libanon. Unter dem Leitwort „Gib Frieden“ stellt MISEREOR in der Fastenaktion Partnerorganisationen vor, die in dieser Region Not lindern und sich für ein friedliches Miteinander einsetzen.

Syrien ist geprägt vom Krieg und seinen Folgen. In den sozialen Brennpunkten von Damaskus und Aleppo sowie Kafroun bei Homs nimmt sich der Flüchtlingsdienst der Jesuiten derer an, die keinerlei Perspektiven mehr haben, Binnenvertriebene und Rückkehrer.

Ankündigung der Kollekte in den Gottesdiensten am 28. & 29. März 2020

Unser Werk für Entwicklungszusammenarbeit, MISEREOR, setzt sich für Benachteiligte und Verletzliche in der ganzen Welt ein.

Dazu bildet die heutige Kollekte ein wichtiges Fundament. Im Rahmen der diesjährigen Fastenaktion unter dem Leitwort „Gib Frieden!“ stellt MISEREOR die Arbeit von Partner-Organisationen in Syrien und im Libanon in den Mittelpunkt.

Angesichts von Krieg, Terror und Vertreibung ringen diese um ein friedliches Zusammenleben von Menschen verschiedener Kulturen und Religionen. Helfen Sie mit Ihrem Beitrag zur Fastenkollekte. Geben Sie für den Frieden!

Im Namen der Betroffenen in Syrien, im Libanon und weltweit danken wir Ihnen für Ihre Solidarität!

Wer zurückkehrt, „entscheidet sich dafür, nicht in der Fremde zu sterben“, so drückt die Assistentin der Regionalleitung, Anne Ziegler, das Gefühl der Hoffnungslosigkeit aus. Sie brauchen ein Licht am Ende des Tunnels. Das hat Khadija (Name geändert), eine 42-jährige Witwe und Mutter von vier Kindern, im Integrationszentrum im Ostteil von Aleppo gefunden: „Der erste Kontakt zum Flüchtlingsdienst war wie eine Tür, die sich zu einer sehr breiten Tür entwickelte.“

Zunächst hatte sie die Jesuiten durch die Ausgabe von warmen Mahlzeiten in der Al-Khairat-Moschee kennengelernt. Später fand sie dort für ihren heute 13 Jahre alten Sohn Aadil (Name geändert) die notwendige Unterstützung für eine Operation seines gebrochenen Beines. Eine Mauer war über dem Jungen eingestürzt. „Gott sei Dank lief alles reibungslos und Kassem musste nicht viel leiden.“

Projekt für eine Rückkehr in die Schule

Heute kann ihr Sohn wieder mit Freunden nach dem Schulunterricht Fußball spielen und davon träumen, eines Tages als Pilot das Weltall und den Himmel zu erobern. Dass er dafür später hart lernen muss, weiß Aadil. Und so ist er dem MISEREOR-Partner auch für die „back-to-school“-Kampagne dankbar, weil sie ihm bei der Einschreibung für den Schulunterricht geholfen hat. Schulen wurden und werden gezielt bombardiert, sodass Kinder und Lehrkräfte unter schweren traumatischen Belastungsstörungen leiden.

© Hasan Belal / MIRSEREORDer Krieg hat in Syrien tiefe Spuren hinterlassen.

Sie werden mit Grundbildung, psychosozialer Begleitung sowie kreativem und spielerischen Lernen aufgefangen. In den Gemeindezentren werden Menschen unterschiedlicher Religionen, Konfessionen und sozialer Herkunft zusammengebracht. Mit der Methode des „Storytelling“ begegnen sie sich und erzählen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Auf diese Weise sollen sie wegkommen von der Sichtweise: „Wir sind Feinde“ – hin zu einer gemeinsamen Perspektive: „Wir haben das Gleiche erlebt.“

"Der Krieg ist nicht vorbei"

Abeer (Name geändert) arbeitet seit zwei Jahren als Sozialarbeiterin für die Jesuiten. Die 26-jährige Sozialarbeiterin beschreibt die Situation der Familien: „Man sagt, der Krieg sei vorbei, aber das ist er nicht. Wir leiden unter den Folgen, viele leben noch immer unter der Armutsgrenze oder haben keine persönlichen Dokumente, da sie diese bei der Vertreibung verloren haben. Besonders in diesem Stadtviertel ist auch aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte die wirtschaftliche Situation katastrophal.“

„Wir müssen nun Stabilität und Sicherheit spüren, weil wir müde sind vom Krieg“, fügt die Mitarbeiterin hinzu. Sie weiß, für wen sie arbeitet und für welches Ziel. Und sie macht ihre Arbeit gern: „Wenn wir in Frieden mit uns selbst leben, können wir anderen Frieden bieten. Die Idee der friedlichen Koexistenz unterschiedlicher Religionen ist die wichtigste: Ich lebe mit dir, wie du bist, in Liebe und Frieden. Ja, das ist das Wichtigste.“ In diesem Geist und mit Bildungsangeboten und psychosozialer Unterstützung wirkt der Flüchtlingsdienst der Jesuiten als Wegbereiter für Perspektiven des Miteinanders in Syrien.

Mehr Informationen und die Kontoverbindungen auf misereor.de