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Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

AUGENBLICK - ein Gedanke aus dem Einblick 2018/35
Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.
Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Was hat noch Bestand? Diese Frage hat sich mir im zu Ende gehenden Jahr manches Mal aufgedrängt. Was lange als sicher und beständig galt, ist ins Wanken geraten: gerade in der nationalen und internationalen Politik. Die Worte des Sonntagsevangeliums bieten da zunächst wenig Trost: Himmel und Erde werden vergehen. Was hat dann noch Bestand?

Eine Frage, die sich auch im privaten Leben stellen kann. Auch im Kleinen können Gewissheiten zerbrechen; der Rahmen, in dem ich mein Leben eingerichtet habe, auseinanderbrechen. Bis hinein in die größte Privatheit: Mein Bild von mir selbst – sorgsam gehegt – kann Risse bekommen und sich als nicht so tragfähig erweisen, wie gedacht und gehofft. Was hat noch Bestand?

Jesus verspricht uns, dass wenn alles vergeht, seine Worte nicht vergehen. Ist das eine tragfähige Basis oder sind Worte nicht allzu oft Schall und Rauch?

Diese Frage verlangt eine persönliche Antwort: Ja, für mich sind Jesu Worte ein Fundament, auf dem ich leben kann: Trost in der Trauer, Mut in der Ängstlichkeit, Kraft in der Schwäche, Heimat in der Verlorenheit, Orientierung in der Verirrung.

Michael Tillmann