Kunst in der Kirche: SCHIRN zieht in St. Josef ein


APRIL, APRIL...
..die SCHIRN Kunsthalle wird leider nicht in der Josefskirche ein Zuhause auf Zeit finden. Damit bleiben auch Gottesdienste und Gemeindeleben am angestammten Platz. Mit dieser Idee haben wir Sie in den April geschickt. Hoffentlich haben wir den einen oder anderen ein wenig foppen können.
- Mit diesen Aprilscherzen haben wir die vergangenen Jahre für den einen oder anderen Schocker gesorgt: ARCHIV
Herzlichst, Ihr Rainer Löß
Von Rainer Löß
Die Josefskirche wird zur Kunsthalle: Während der Sanierungsarbeiten der SCHIRN werden die Ausstellungen über mehrere Jahre in der Josefskirche zu sehen sein. Im Josefsaal werden Funktionsräumlichkeiten eingerichtet, wie Kassen, Werkstätten und das Lager. Die Gottesdienste der Gemeinde finden daher für einige Zeit auch an außergewöhnlichen Orten statt
Endlich ist ein Ausweichquartier gefunden: Die SCHIRN Kunsthalle zwischen Dom und Römer muss dringend saniert werden. Da auch die komplette Gebäudetechnik und der Brandschutz für insgesamt 35 Mio. Euro auf den neuesten Stand gebracht werden muss, ist von einer Sanierungsdauer nicht unter drei Jahren zu rechnen.
Die Ausstellungsmacher waren daher auf der Suche nach einem Ausweichquartier, das verlässlich über diesen Zeitraum zu Verfügung gestellt werden kann. „Wir sind der katholischen Pfarrei St. Josef sehr dankbar“, ist aus dem Kunstumfeld zu hören. „Wir bieten gerne unsere schöne Kirche an. Was die Kunstkulturkirche Allerheiligen nebenan kann, können wir schon lange“, sagt ein Vertreter aus dem Verwaltungsrat der Pfarrei, der für die Umwidmung der Kirche zugunsten der SCHIRN gestimmt hatte.
Im November zieht die Pfarrei aus ihrer Kirche aus
Im Februar 2025 wird die erste Ausstellung der Popart-Künstlerin ‚FPik A1‘ in der Josefskirche zu sehen sein. Hierfür werden die Kirchenbänke im bischöflichen Fundus der Stadtkirche am theologischen Institut St. Georgen in Oberrad zwischengelagert. Die Gottesdienste werden künftig unter anderem in der Kapelle des „Haus Saalburg“ stattfinden. Die Feiertagsgottesdienste finden zunächst im wiedereröffneten Berger Kino statt. „Das wird eine ganz besondere Atmosphäre“, heißt es aus dem Pastoralteam. Gespräche mit Vertretern der dortigen Hausbesetzung seien weitgediehen. Nur auf Popcorn müsse man verzichten, dies passe kaum zu einer Messe, lässt das Pastoralteam mitteilen.
‚FPik A1‘ ist bekannt für ihre provokante Kunst vor religiösem Hintergrund. „Das Thema passt hervorragend in das Übergangsquartier“, schwärmt das SCHIRN-Kuratorium zur Premierenausstellung im Gotteshaus. Mit seiner schieren Größe biete sich die Josefskirche für spannende Ausstellungen sowie für große freischwebende Installationen an.

Zwei Ausstellungen gleichzeitig möglich
Mobile Wände, die den Chorraum, die Alte Josefskirche, sowie die Neue Josefskirche voneinander abtrennen können, ermöglichen, dass die SCHIRN wie üblich zwei Ausstellungen parallel anbieten kann. Eine Herausforderung wird nach Kuratoriums-Angaben jedoch die Größe der Türen sein. Mit dem Denkmalamt ist bereits eine Zwischenlösung identifiziert worden: An der Stirnseite der Alten Josefskirche wird ein Durchbruch zur Eichwaldstraße hin geschaffen, um größere Kunstwerke über ein Kransystem in das Gebäude zu verbringen.
Spannende Ausweichquartiere auch für die Gemeinde
Ab Januar 2025 wird zudem der Josefssaal für die SCHIRN genutzt, insbesondere für Funktionsräumlichkeiten, wie Kassen, Garderoben, Büros, Toiletten, Serverräume sowie eine kleine Werkstatt. Veranstaltungen der Pfarrei werden daher bis mindestens Mitte 2027 insbesondere auf den Romerosaal ausweichen. Dies betrifft unter anderem den Kreativmarkt, den Seniorentreff sowie die Faschingssitzung „Josefiner Helau“. „Wir wissen, dass es etwas enger wird im Romerosaal, aber wir sind guter Dinge, dass wir es passend hinbekommen“, sagt ein Vertreter des Festausschusses.
Für die Josefskirche sprach auch die Nähe zur U4 und somit zum Hauptstandort der SCHIRN. In gerade einmal vier Minuten sei man vom alten zum neuen SCHIRN-Standort gefahren. „Wenn nicht gerade Ferien und somit zu erwartende Baustellen sind, wird die U4 zur Lebensader von den Museen der Innenstadt hin zur Übergangs-SCHIRN in Bornheim“, sagt ein Mitglied des SCHIRN-Vorstands.
Kooperation mit Kita
Auch an die Mini-SCHIRN ist gedacht: Diese wird für etwas mehr als zwei Jahre in den Räumlichkeiten der "Burg der Kinder" unterkommen. Die Kita wird daher künftig bereits um 14 Uhr schließen, damit werktäglich ab 14:30 Uhr die Mini-SCHIRN mit ihrem musealen Kinderangebot einziehen kann. "Wir sind sehr dankbar für diese unkomplizierte Lösung und bitten bei den Kita-Eltern um Verständnis, die künftig einige Stunden früher ihre Kinder abholen müssen", sagt der Vorsitzende des Kulturbeirats. Der Zeitraum von zwei bis drei Jahren sei überschaubar und damit zuzumuten.
Der Pfarrgemeinderat hat dem SCHIRN-Kuratorium ausdrücklich zugesichert, die Ausweichlösung in der Josesfkirche unbefristet zu verlängern, sollten sich die Sanierungsarbeiten auf unbestimmte Zeit verzögern. So kann die Kunsthalle in der Kirche eine neue künstlerische und sicherlich insirierende Epoche erleben.