April, April!
Doch keine Quartals-Priester - die Idee, der "Rotations-Pfarrer" wird nicht umgesetzt. Mit dieser erfundenen Geschichte haben wir Sie in den April geschickt - auch an Ostern. Richtig aber ist, dass uns Pfarrer Uwe Michler im Sommer verlässt. Seine Stelle ist im Bistum ausgeschrieben.
Von Rainer Löß
Im Sommer 2018 verlässt Pfarrer Uwe Michler die Pfarrei St. Josef, um sich voll und ganz auf seine Dienste als Diözesan-Jugendpfarrer und den Präses des BDKJ zu konzentrieren. Nun hat das Bistum Limburg die Nachfolge geregelt und wagt zugleich ein Personal-Experiment. Im katholischen Frankfurter Osten sollen künftig "Rotations-Pfarrer" für jeweils ein Quartal die Leitung der großen Pfarrei übernehmen.
Bereits zum drittel Quartal ab Juli 2018 soll der erste der "Rotations-Pfarrer" in Bornheim Station machen. Sein Nachfolger wird dann von Oktober bis Dezember Dienst haben, worauf der nächste Priester die Pfarrei bis März 2019 leitet. "Dieses System bringt immer wieder frischen Wind in eine Pfarrei", lobt die priesterliche Diözesanstelle am Seminar in Limburg die Idee. Auch Untersuchungen der theologischen Hochschule St. Georgen in Oberrad kommen zum Schluss, dass häufige Wechsel an der jeweiligen Pfarreispitze die Möglichkeiten zum "dauerhaften Wandel" begünstigten.
FRISCHE IDEEN, KEIN VERKRUSTEN VON STRUKTUREN
In Limburg habe man zunehmend beobachten können, dass bei langjährig gleichbleibend personell besetzen Pfarrstellen Regelungen, Gewohnheiten und Strukturen 'verkrusten' und ein Personalwechsel die Gemeindemitglieder nachhaltig verunsichere. Von den künftig vier Pfarrer-Wechseln pro Kalenderjahr erhofft sich die Bistums-Leitung, dass zum einen die Gläubigen in den jeweiligen Pfarreien nicht so sehr an ihren Pfarrern "hängen", zum anderen, dass Strukturen regelmäßig - also alle drei Monate - hinterfragt und korrigiert werden.

Natürlich seien die "Rotations-Pfarrer" eine Herausforderung für Haupt- und Ehrenamtliche. "Aber wir setzen auf eine schnelle Eingewöhnung - immer wieder", heißt es aus der Personalabteilung im Bischöflichen Ordinariat in Limburg. So könnte es sein, dass beispielsweise ein Pfarrer die Gottesdienstordnung nach seinem Gusto anpasse, der nächste wieder andere Zeiten einführt - zum Beispiel die alten. Als "Rotations-Pfarrer" infrage kommen sowohl altgedienste emerierte Priester, als auch Priesteranwärter, 'gewöhnliche' Pfarrer, in Ausnahmefällen auch Laien.
GEMEINDE BLEIBT LEBENDIG
"So wird die Gemeinde in Bewegung bleiben", ist sich das Dezernenten-Gremium im Bistum sicher. Das System der "Rotations-Pfarrer" werde erstmalig in St. Josef geübt, das Projekt ist auf vorerst sieben Jahre beschränkt. "Dann prüfen wir, ob es so weiter geht", heißt es vom Stadtsynodalrat, der aber auch den Pfarrsekretärinnen Denksport-Seminare anbieten möchte, "alleine die Namen von 28 Priester-Namen in sieben Jahren zu merken, ist eine echte Meisterleistung."