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Trauer um Raban Tilmann

Ehemaliger Frankfurter Stadtdekan und Generalvikar ist tot
Trauer um Raban Tilmann
Trauer um Raban Tilmann

Das Bistum Limburg trauert um Dr. Raban Tilmann: Der frühere Frankfurter Stadtdekan und Generalvikar starb am Dienstag, 19. Dezember, nach langer schwerer Krankheit im Alter von 77 Jahren.

Tilmann war von 1997 bis 2009 katholischer Stadtdekan und Dompfarrer in St. Bartholomäus und St. Leonhard, zudem Bischöflicher Kommissar für Frankfurt. Von 1985 bis 1993 war er Generalvikar von Bischof Dr. Franz Kamphaus und bis 2009 Domkapitular im Hohen Domkapitel zu Limburg.

Tilmann kam am 16. Juni 1940 in Hamburg zur Welt und wuchs mit vier Brüdern in Baden auf. Nach dem Abitur in Mannheim studierte Tilmann Theologie in Frankfurt, Würzburg und Paris und schloss sich schon früh der Priestergemeinschaft Oratorium des Heiligen Philipp Neri an. Am 12. Dezember 1965 wurde er im Dom zu Limburg zum Priester geweiht. 1971 promovierte er zum Doktor der Theologie.

Die Pfarrer Raban Tilmann, Bernhard Brandt und Klaus Greef bei der Verabschiedung von Michael Metzler aus St. Josef im September 2016.
Die Pfarrer Raban Tilmann, Bernhard Brandt und Klaus Greef bei der Verabschiedung von Michael Metzler aus St. Josef im September 2016.

Nicht nur mit seiner Körperlänge von 2,08 Metern gehörte er über viele Jahre zu den markanten Persönlichkeiten im Bistum Limburg. Meinungsstark und prägnant hat er in allen seinen Ämtern deutliche Meinungen vertreten und ist Auseinandersetzungen nie aus dem Weg gegangen. Trotzdem war er von großer Offenheit und vertraute immer auf das klare Wort als bestes Argument.

Wirken in St. Michael im Nordend

Zu seinen beruflichen Stationen gehörte die Arbeit als Pfarrer in St. Michael im Frankfurter Nordend, wo Tilmann bis zu einem schweren Schlaganfall im Frühjahr 2017 lebte. Von 1982 bis 1985 hatte er das Amt als Hochschulpfarrer in Frankfurt inne, von 1985 bis 1993 war er Generalvikar und Domkapitular in Limburg. Anschließend kam er erneut als Gemeindepfarrer nach St. Michael und wurde Diözesanbeauftragter beim Südwestfunk und Senderbeauftragter beim Hessischen Rundfunk. 1997 schließlich folgte die Ernennung zum Dompfarrer und Stadtdekan, bischöflichen Kommissar und nicht residierenden Domkapitular am Frankfurter Kaiserdom St. Bartholomäus. Zu seinen Aufgaben zählten auch der Vorsitz des Frankfurter Caritasverbandes und des Gesamtverbandes der Katholischen Kirchengemeinden der Stadt.

Das Bistum dankt Raban Tilmann für seinen vieljährigen Dienst. Sein Nachfolger als Stadtdekan, Johannes zu Eltz, war zusammen mit Tilmanns Vorgänger, Klaus Greef, an Tilmanns Sterbebett und spendete ihm die Sterbesakramenten der katholischen Kirche.

Ohne ihn wäre Frankfurt kälter

Oberbürgermeister Peter Feldmann

Er war ein „leidenschaftlicher Seelsorger und Priester“, hob der Limburger Bischof Georg Bätzing hervor, der am 29.12.2017 das Requiem für Raban Tilmann im Kaiserdom St. Bartholomäus hielt. In seinen vielen Funktionen für das Bistum habe er große Verantwortung getragen. Für sein Lebens- und Glaubenszeugnis, das er auch in der Ohnmacht und Hilflosigkeit seiner Krankheit abgelegt habe, gebühre ihm der tiefe Dank des Bistums und der katholischen Kirche.

© Doris Wiese-GutheilVor der Beisetzung auf dem Frankfurter Hauptfriedhof.
© Doris Wiese-GutheilVor der Beisetzung auf dem Frankfurter Hauptfriedhof.

Standfester Katholik an der Seite der Schwachen 

„Ohne Raban Tilmann wäre die Stadt Frankfurt kälter“, betonte Oberbürgermeister Peter Feldmann bei der Trauerfeier auf dem Hauptfriedhof. Er erinnerte an die die engagierte soziale Arbeit, die Tilmann mit dem Frankfurter Caritasverband zum Wohl der Stadt vorangetrieben habe. Mit Offenheit, Toleranz, Geradlinigkeit und Beständigkeit habe er sich als „standfester Katholik“ immer an die Seite der Schwächsten in der Gesellschaft gestellt.

Stadtdekan Johannes zu Eltz, Tilmanns Nachfolger in Frankfurt, erinnerte an die unzähligen Gespräche und Beratungen, die Tilmann in seinen Ämtern führen musste. Dabei habe er „nach außen sehr nüchtern und dem Überschwang abhold“ gewirkt, doch das Reich Gottes, um das es bei all seinem Engagement gehen sollte, habe er nie aus dem Blick verloren: „Einer, der sich von Macht und Weisheit nicht erschrecken lassen wollte, hat die Liebe Gottes erkannt.“