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Trauer um Schwester Agnes Maria

Trauer um Schwester Agnes Maria
Trauer um Schwester Agnes Maria

Trauer im Riederwald

Schwester Agnes Maria war ständig mit dem Fahrrad unterwegs, deshalb war sie auch als „schwarzer Blitz“ bekannt. Als ihre Kräfte nachließen, zog sie sich in ihr Kloster Franziska Schervier zurück. Aus gesundheitlichen Gründen war sie dort innerhalb des Hauses im Wohnbereich "Mutter Franziska" untergebracht.  Hier ist sie dann am 28. Juni 2020 in der Nacht friedlich eingeschlafen.

Der Riederwald und die Pfarrgemeinde Hl. Geist haben Schwester Agnes Maria viel zu verdanken.

Stefan Berger

Aus dem Nachruf des Konvents

Schwester Agnes Maria war 35 Jahre als Pflegeschwester in der ambulanten Krankenpflege im Riederwald tätig. Nachdem hier 1993 der Konvent aufgelöst wurde, wirkte sie von der Lange Straße aus weiterhin in der Gemeinde als Krankenschwester.

Schwester Agnes Maria wurde am 28. Juli 1932 in Ketzelsdorf, Kreis Zwittau, im Sudetenland geboren. Infolge der schrecklichen Kriegsereignisse mussten die Eltern mit ihren sechs Kindern die geliebte Heimat im Sudentenland verlassen. In Frauenhorst bei Herzberg in Brandenburg konnten sie sich niederlassen. Schw. Agnes Maria beendete dort ihr letztes Schuljahr und nahm eine Anstellung in einem landwirtschaftlichen Betrieb an. Doch bald schon wechselte sie die Stellung und arbeitete als Stationsgehilfin im Kreiskrankenhaus Herzberg. Dort entdeckte sie ihre Liebe zum Pflegeberuf. Zur Vorbereitung darauf wechselte sie in die Pflegevorschule zum St. Elisabeth-Krankenhaus, Halle. Hier vertiefte sich in ihr der Wunsch sich ganz dem Dienst an den Kranken und Armen zu widmen.

Schwester Agnes Maria trat am 8. Juli 1950 im Provinzhaus Frankfurt in die Gemeinschaft der Armen-Schwestern vom hl. Franziskus ein und legte am 23. August 1953 die Zeitliche Profess und am 9. August 1958 im Mutterhaus, Aachen, ihre Ewige Profess ab.  

Über 30 Jahre im Einsatz für den Riederwald

In den Jahren ihres Klosterlebens ist Schwester Agnes Maria viel versetzt worden. Die erste „einschneidende“ Versetzung erlebte sie bereits 1951, als sie als Novizin in das Generalat unserer Gemeinschaft nach Rom versetzt wurde. In dieser Zeit erfuhr Schw. Agnes Maria eine intensive schwesterliche Gemeinschaft mit den jungen italienischen Schwestern. Umso schmerzhafter war es für alle, als ein Jahr später alle deutschen Postulantinnen und Novizinnen, plötzlich und unerwartet, ins Mutterhaus nach Aachen zurückgezogen wurden. Oft hat Schw. Agnes Maria von dieser schweren und prägenden Zeit, in der die Spaltung der Ordensgemeinschaft sich anbahnte, gesprochen. 

Nach ihrer Ewigen Profess erlernte Schwester Agnes Maria die Krankenpflege im Franziskus Hospital Bielefeld und legte 1960 dort ihr Examen ab.  

Die längste Zeit ihres Klosterlebens, fast 35 Jahre, verbrachte Schwester Agnes Maria als Pfarrschwester in der ambulanten Krankenpflege der Pfarrei Heilig-Geist in Frankfurt, Riederwald. Für diesen Dienst absolvierte sie eine Zusatzqualifikation in der Caritas-Akademie, Freiburg.  

Im Riederwald, der 1910 als Arbeitersiedlung gegründet wurde, kannte sie fast alle Familien. Den Menschen war sie in Freud und Leid eng verbunden. Durch ihre Kontakte konnte sie viel Gutes wirken. Nachdem dort der Konvent 1993 aufgelöst wurde, wirkte sie von der Lange Straße aus weiterhin in der Gemeinde. Verabschiedet wurde Schwester Agnes Maria aus der hauptamtlichen Tätigkeit im Jahr 2003. Schw. Agnes Maria hielt weiterhin den Kontakt auf der geistlichen Ebene aufrecht, in dem sie ihren Bibelkreis mit einigen Gemeindemitgliedern aktiv fortführte. Aber diese Tätigkeit musste sie 2012 wegen zunehmender Schwäche abgeben. Im November 2012 wurde Schwester Agnes Maria aus gesundheitlichen Gründen innerhalb des Hauses in den Wohnbereich Mutter Franziska versetzt.  

Am Sonntag des 28. Juni, fühlte sie sich nicht gut. Abends um 20.30 Uhr besuchte Schw. M. Luciosa sie noch einmal, um ihr eine gute Nacht zu wünschen. Schwester Agnes Maria war schwach aber ansprechbar. Es gab keine Anzeichen, dass sie so bald sterben würde. Schw. M. Luciosa hat ihr noch ein Mutter-Gottes-Lied vorgesungen, weil sie das immer so gerne hatte.  

Um 23.00 Uhr rief die Nachtwache Schw. M. Luciosa an und teilte ihr mit, dass Schwester Agnes Maria verstorben sei. Mit einem so schnellen Hinübergang hatte keiner gerechnet.  

Nun kann Schwester Agnes Maria mit der Gottesmutter und allen Heiligen einstimmen in das Magnificat: „Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.“  

Der Herr schenke Schwester Agnes Maria ewiges Leben.

Sie möge ruhen in Frieden.

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