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Corona-konform: Josefskirche bietet Open-Air-Gottesdienste an

Entfernung der Dachkonstruktion ermöglicht Messen mit vollen Kirchenbänken
Corona-konform: Josefskirche bietet Open-Air-Gottesdienste an
Corona-konform: Josefskirche bietet Open-Air-Gottesdienste an
Steht man direkt vor der Kirche, ist das dekonstruierte Dach überhaupt nicht zu sehen.

APRIL, APRIL

Keine Sorge, es braucht keine Regenschirme im Gottesdienst: Das Dach der Josefskirche bleibt da, wo es ist. Und so lange Corona auch unsere Welt beherrscht, ist auch weiter Maske, Abstand und Anstand gefragt. Mit unserem kleinen Gag wollten wir Ihnen in diesen schweren Monaten ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern - und vielleicht auch für die eine oder andere klitzekleine Schrecksekunde sorgen. ;-)

Die Corona-Pandemie ist auch in der Josefskirche sichtbar geworden: Leere Weihwasserbecken, gesperrte Bänke, kein Gesang im Gottesdienst. Trotz steigender Infektionszahlen soll bereits am Osterwochenende das neue Hygienekonzept der Pfarrei umgesetzt werden.

„Wir setzen auf so viel Frischluft wie möglich“, erklärt der beratende Aerosolforscher Rainer Löß. Sein Konzept: Durch den Abbruch der Dachkonstruktion über der Alten und der Neuen Josefskirche wird für ausreichend Luftaustausch gesorgt: „wenn die Decke nicht mehr da ist, kann sich die gesamte Luft innerhalb weniger Sekunden austauschen.“ Ein Nebeneffekt: Durch die vertikale Frischluftzufuhr über die gesamte Fläche der Kirche, spart sich die Pfarrei die Investition in eine anspruchsvolle Klimatechnik und Umwälzanlage.

Gehört der Vergangenheit an: Abgesperrte Bänke wird es in der dachlosen Josefskirche nicht mehr geben.

Am frühen Gründonnerstag haben Bauunternehmer damit begonnen, mit Kränen die Dachschindeln zu entfernen, das Gebälk einzureißen und den Dachboden abzubauen. „Außergewöhnliche Zeiten verlangen außergewöhnliche Maßnahmen“, erklärt Pfarrer Markus Schmidt das Konzept der „Cabrio-Kirche“. Der Denkmalschutz habe nach kurzer Prüfung dem Plan zugestimmt. „Wir müssen Prioritäten setzen und hier geht der Gesundheitsschutz der Gläubigen eindeutig vor“, heißt es in einer Mitteilung aus dem Denkmalamt der Stadt Frankfurt.

Stadtkirche schaut genau auf Sankt Josef

Der Stadtsynodalrat hatte sich noch mit der Frage beschäftigt, inwieweit sich die Witterung auf den nun nach oben offenen Kirchenraum auswirke. „Wir haben die Hoffnung, dass wir über den Frühling und Sommer noch weitgehend regenfreie Wochen haben, die uns die Zeit geben, nach Lösungen zu suchen“, schreibt der Vorsitzende der katholischen Stadtkirche. Man wolle das Projekt in St. Josef intensiv beobachten und Erfahrungswerte in anderen Gemeinden einfließen lassen: „Sankt Josef kann zum Vorbild werden, um auch anderen Kirchen wieder viele Gottesdienstbesucher zu ermöglichen.“

Viele Gottesdienstbesucher gaben in einer Befragung an, das Gewölbe "ohnehin nicht mehr sehen zu können."

Mehr Besucher, mehr Gesang, mehr Glauben

Nach den neuen Regeln müssen künftig keine Corona-Abstände mehr eingehalten werden. Masken sind lediglich an den drei bis vier Tagen vor einem Aschermittwoch geboten. Gesang wird nun auch wieder möglich sein, da insbesondere bei aufziehenden Stürmen keinerlei Aerosole von einem Menschen auf einen anderen übertragen werden können. Kantor Notker Bohner empfiehlt den Gottesdienstbesuchern, sich langsam wieder an Kirchengesang heranzutasten: „Das schont auch unsere Ohren!“ Hierzu wird der „Corona-Warn-App“ eine neue Funktion hinzugefügt. „Neben dem Kontakttagebuch können nun auch Gesangsbücher geöffnet werden, die App misst falsche oder richtige Tonhöhen“, sagt Bohner, der dringend ein Update der App empfiehlt.

Die Pandemie könnte in Sankt Josef mit dem abgebauten Dach ein Ende finden.

Übrigens: Die Asbestfreien Bauteile der Dachkonstruktion werden für einen guten Zweck versteigert. So kann sich jeder ein Stück St. Josef mit nach Hause nehmen. Der Erlös fließt an den guten Zweck.

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